Drei Stunden

Drei Stunden Konzentration habe ich pro Tag etwa zur Verfügung. Bei genügend Schlaf. Drei Stunden sind verdammt wenig.

Am Montag habe ich meine ersten drei Lektionen in Eigenverantwortung unterrichtet. Alles lief prima! Mir machte es Spass, klappte alles und sonst adaptierte ich. Damit war dann aber mit Vor- und Nachbereitungszeit mein Soll aufgebraucht. Und auch meine Energie.
Den Nachmittag verbrachte ich auf dem Sofa. Unfähig ein Buch zu lesen, raus zu gehen, nicht mal Netflix ging. Ich wartete eigentlich bloss, mit Tinitus im Ohr – oh hello again – das der Tag zu Ende ging.
Echt jetzt?
Fuck!

Arbeite ich morgends für mich, Büro, Rechnungen, meine Arbeit schreiben, döse ich am Nachmittag in der Sitzung so vor mich hin. Bis ich mich über die Nicht-Sitzungsleitung aufrege, Initiative ergreife, weil sonst nix geht. Und nach der Sitzung schauen mich alle bedauernd an: Siehst zerstört aus. Geh nach Hause!
Ja. Ich hab auch mein Konto überzogen. Fiiiiiiiiiiiiiiiiiep.

So siehts aus.
Ich bin mit drei 3h-Arbeit pro Tag ein Burnout-Kandidat. 😢

Rampensau im Tumorkostüm

Ich glaube, ich darf nicht spoilern, sonst würde ich ja mein tolles Tumor-Kostüm hier zeigen… inkl. Tumor-Handtasche.
Dazu meine Docs. Hach! 🥰
Die Theater sind hier noch offen. Aber da unklar ist, wie die Corona-Situation Anfang Dezember ist, musste ich heute mit einer Mitspielerin das ganze Theaterstück in einer Filmversion spielen.
Das hiess: Kreuzchen am Boden, wenig Bewegung, grosse Gesten und die Texte der anderen Mitspieler wurden vorgelesen… 🤯🤯
Ich hatte den ganzen Tag Stresskopfschmerzen. Meine Texte sitzen, auch der Onko-Monolog.
Aber die Anschlüsse, die Lieder…
Aber es ging gut. Und mit Clown-Nase seh ich sogar richtig süss aus.
Voll das Clown-Gesicht, fand auch der Kameramann… 😂😂😂

Ich bin schon eine kleine Rampensau und stehe gerne auf der Bühne. Ich hoffe, wir können vor Publikum (dann leider mit Maske) spielen. Naja. Hauptsache das Stück kommt raus. Die Premiere wäre ja im Mai geplant gewesen – dann kam der Lockdown.

Das Theater ist wichtig!
Weil das Stück alles enthält, was das Leben ausmacht: Hoffen, zweifeln, lachen, freuen, planen, verzweifeln, fluchen, lieben, sterben.

Aber jetzt erst mal schlafen.
Gute Nacht! ✨

Zuviel Tod

War das heute. Die steigenden Corona-Zahlen. Immer mehr Erkrankte im Umfeld.
Mein Termin, um die Patientenverfügung auszuarbeiten.
Und dann noch die Sirenen, die wir heute morgen gehört haben.
Ein Vater und seine drei Kinder tot aufgefunden.
Ich kannte sie nicht, aber mein Grosser und mein Kleiner kannten eines der Kinder.
Nun steht eine Kerze für ihn auf dem Fensterbrett: „Das sieht er bestimmt!“
Zuviel Tod heute.

Alle 3 Monate

Mache ich mir vor, dass mir die Kontrollen nichts ausmachen.
Jeder der meint, nach der Akutbehandlung sei alles vorbei – dream on!
Ich mache mir keine Sorgen, bin nicht nervös.
Einzig nachher.
Auch wenn – wie diese Woche – alles gut ist, wäre es schön, wenn die Erleichterung über mich herein bricht, wenn mich jemand in den Arm nehmen würde, der mitgefiebert hat.
🌻

Virusumzingelt

Es kommt näher, das Virus.
Nun kenne ich schon vier, die wegen Kontakt in Quarantäne sind und zwei, die positiv getestet sind. Bei uns im Dorf ist eine Hortgruppe zu und eine Kindergartengruppe.
Am Samstag in der Stadt erinnerte mich der Abend stark an Moskau anno 1997. Damals war Moskau noch nicht so bunt. Es gab ein Ruskkij Bistro und kein Mc Donalds. Und der einzige neue, coole, westliche Club, denn ich kennenlernte war, das Hungry Duck. Also packte man sich warm ein und sass mit was zu trinken in den Innenhöfen, in den Parks.
Auch Samstagnacht sah ich viele Jugendliche, die sich draussen versammelt hatten, in Grüppchen zusammen stehen. Noch sind die Bars offen. Aber wahrscheinlich beschliesst der Bundesrat morgen, dass alles zu geht.
Alles was Spass macht. Was ablenkt.
Die Schule bleibt höchstwahrscheinlich offen. Vielleicht neu auch mit Masken für die Schüler, die ich schon ohne kaum verstehe.

Gestern wettete ich mit meinem Kleinen, welche Schulklasse wohl zuerst zu geht. Seine, die des Grossen oder meine.
Well….

tinkakartinka 2.0

Die Ferien im Legoland waren Klasse!
Nun, ich bin noch nie in Deutschland auf der Autobahn gefahren und noch nie dreieinhalb Stunden am Stück. Und da ich von wegen Fatigue und so nicht wusste, ob ich das schaffe, hatten wir ganz viele Hörbücher und Snacks dabei, falls ich auf einem Parkplatz etwas Schlummern möchte.
Deshalb waren wir auch 3 Nächste in der Legoburg. Damit ich nicht in den Park und fahren muss am gleichen Tag. 
Es war toll!
Toll!
Toll!
Grossartig!!
Eigentlich feierte ich 5 Tage Geburtstag. 

Es geht mir generell grossartig. Wenn nicht grad ein Jahrestag dazwischenfunkt oder ich aus Nostalgie eine falsche Entscheidung treffe, die mich für zwei Tage aus der Bahn wirft. Und ich mir dann den Kopf an der Wand einschlage, weil ich mich so doof finde. Dann blase ich Trübsal und heule. Bis Beule und Geheule vorbei.

Unterrichten habe ich auch wieder begonnen- also alleine, wenig, aber immerhin. So ein Lebensbereich nach dem anderen erschliesse ich mir wieder.
Vielleicht kriegte ich nach der Akutbehandlung ein Upgrade:
Ich kann jetzt schliesslich wieder Achterbahn fahren. Deutsche Autobahnen machen mir keine Angst mehr und ich schmeisse mich gern in Beschäftigungen und an Orte, an denen ich noch nie war. Dafür brauchte ich früher einen Stups.
Und heute stellte ich noch was Neues fest.
Früher hab ich ja nie bemerkt, wenn mich wer angeschaut hat. Ich war sowas von blind. Hielt es auch nicht wirklich für wahrscheinlich, so unscheinbar und unsicher, wie ich mich fühlte. Sogar wenn ich einen Verehrer hatte – massiv verliebt – also wenn der sich nicht vor mir in den Schlamm geworfen und mit Rosenblättern bestreut hat – nada.
Ich merkte nichts.
Irgendwann stellte ich fest, dass sich manchmal wer umdreht, wenn ich den Raum betrete, aber da ich nicht wirklich schön bin- so klassisch – warens wohl meine roten Haare bis zum Po. Dachte ich. Ich war wie Arielle, einfach ohne Fischschwanz.
Dieses Wochenende habe ich zum ersten Mal wahrgenommen, wie die Leute gucken – Männer wie Frauen. Und es kann definitiv nicht an meiner Mähne – aka meinen kurzen Strubbelhaaren liegen. Auch nicht am kleinen Schwarzen und den High-Heels – die ich nicht trug.
Es hat mich irritiert. Ich meine, ok, wenn einer guckt oder zwei. Mal kurz. Ich bin auf die Toilette, um nachzuschauen, ob mir die Wimperntusche so waschbärmässig unter den Augen hängt. Oder die Haare alle zu Berge stehen?
Aber nein.

Wahrscheinlich sieht man mir das Glück an. Und die Freude, die ich habe, zu Leben. 
Am Leben zu sein.
Und ich sehe es plötzlich. 
Aus Neugier, das Neue zu entdecken, dass da draussen noch auf mich wartet. 
Mein Update 2.0

Der heutige Fluss war ganze 2° Grad wärmer, als mein Heim-Fluss, der am Samstag 12,6° war.

Erfreuliche Nebenwirkung

Früher – also viel früher – als ich noch jung und knusprig war, konnte ich nicht genug von den wildesten, schnellsten, höchsten Achterbahnen und sonstigen Menschenschleudern auf der Kirmes kriegen.
Dann wurde ich Mutter und gefühlt uralt.
Sogar auf der Schaukel mit meinem Baby auf dem Schoss wurde mir speiübel. Eine Fahrt auf einem etwas schnelleren Karussell knockte mich und mein Magen von da an für den Rest des Tages aus.

Ich scheine letztes Jahr während der Chemo mein Übel-Kotz-Kontingent aufgebraucht zu haben.
Ok. Legoland ist auch nicht Hardcore, trotzdem:
Raupenritt ✅
Feuerdrache ✅
Das Grosse LEGO-Rennen ✅

to go: Flying Ninjago 😃😎

PS: Habe ich mir geschenkt. Legoland mit meinen Jungs.
Weil schon seit anderthalb Jahren nix mit Ferien und weil bald Geburtstag und weil ohnehin, massig Gründe für ein paar Nächte in der Drachenburg.

Carpe diem. 🍁