Neues gelernt

Also, ich weiss jetzt was BET, BRIADS-Kategorie, non-mass Encancement und fibroglanduläres Gewebe ist.

Aber der wichtigste Satz findet sich gegen Schluss:

„Bei Status nach BET keine Hinweise auf Lokalrezidiv.“ 🥳🥳🥳

🥂🍾😅

So und nun Depression, F*ck off!!

Verplant

Gesund werden wollte ich und fit.

Für mich.
Freute mich darauf, mit meinen Kids endlich mal wieder in die Ferien – Corona.
Freute mich darauf, mit meinem Wiederfreund endlich wieder unterwegs sein – Trennung.
Freute mich darauf, meine Klasse wieder zu sehen – nope.

Für mich?
Welches mich?
Das Alltags-Mami-Hausfrau-mich?
Und was heisst gesund? Bröckelnde Zehennägel, trockene Schleimhäute, Wasserstau, Schmerzen, Sehschwäche und Tinnitus.
Vielleicht gibt es Menschen, die Leute um sich scharen können, die ihnen gut tun. Die zum Beispiel helfen und empathisch zurücktreten ohne dabei zu rufen: Und ich?
Nicht für immer natürlich. Ich spreche nicht von Selbstaufgabe, aber wenns nötig ist.
Ich kann offensichtlich solche Menschen nicht erkennen, habe ich nicht gelernt.
Eine Heimat finden wollte ich, einen Ort der Sicherheit und Geborgenheit. Schon immer. Wo ich ich sein kann, ohne wenn und aber…
Meine Familie war nicht so, meine Ehe auch nicht.
Deshalb halten mich alle für ach so stark. Wie wenn es eine Errungenschaft, eine Wahl wäre und nicht eine Notwendigkeit.

Ich kann selbstlos sein.
Bin ich naiv und dumm? Das möchte ich gerne wissen. Ist es Dummheit, die mich immer das Beste in meinem Gegenüber sehen liess?
Eigentlich halte ich mich nicht für Mutter Theresa, sondern für einen Freigeist.
Ja und ich weiss, Heimat kann man nur in sich selber finden. Jeder ist für sein eigenes Glück verantwortlich: bla, bla, bla.
Ist halt einfach manchmal etwas schwierig, ist man – Krebs ausgenommem – für eine Familie mit mehr Diagnosen als Mitglieder auch noch zuständig.
Kein Mensch kann alles allein.

Vielleicht lebe ich schlicht das falsche Leben.

Zyklusrekord

Manchmal ist es echt schwer.
Alles ist irgendwie weggebrochen, was in der Reha angedacht war. Alles.
Und das liegt nicht nur an Corona, eigentlich eher nicht.
Corona ist dann quasi das Topping auf dem Cupcake.
Und jetzt bin ich einfach alles leid.
Vielleicht sind es auch die Hormone, ha! Hab ich doch einen absoluten Zyklusrekord aufgestellt.
img_2971Aus einer Laune heraus habe ich meinen Zykluskalender weiterlaufen lassen und hin und wieder mit erstaunen auf die Anzahl Tage geguckt.
Nun das Jahr habe ich fast vollgekriegt, bis heute. Also Wechseljahre wären dann doch noch nicht ganz, wenn sie mir im Sommer nicht die Hormonblocker verabreichen würden…
Hatte ich auch schon vermutet, dass da noch sowas wie ein Zyklus ist. Und heute der Beweis. Schon seltsam: 352 Tage!!!
Vermiest mir voll den Durchschnitt. 😬
Aber reichen tuts auch so. Manchmal habe ich echt die Nase voll vom Warten und Kämpfen. Und immer schön positiv bleiben und alles richtig machen. Weil am Ende, who cares? Kann ich mir ja auf den Grabstein schreiben: „Sie hat alles richtig gemacht.“
Oder nein, auf die Urne, ich will ja keine Würmer.

Ich könnte alles falsch machen, wärs dann anders? Wenn ich so ein richtig egoistisches Arschloch wäre? Dann kriegte ich nicht zu hören: „Es trifft immer die Falschen.“
Wie wenn wer entscheiden könnte, wem man den Krebs und die Schicksalsschläge an den Hals wünschen sollte. Ist auch vermessen. Es trifft den, den es trifft.
Vielleicht war ich auch im letzten Leben ein Arschloch.
Karma Baby.
Jetzt bin ich halt so, naiv und nett und mache alles richtig.
Also gehe ich in diesem Leben weiter brav zur Lymphdrainage, mache Sport, Arbeitsversuch, versuche den Mut nicht zu verlieren, kümmere mich um die Gesundheit und die Förderung meiner Jungs, halte hier alles zusammen und gehe zur Vorsorge.

Und dann sitze ich zwei Scheisslektionen in einem Flur und überlege mir, weshalb ich von meinem MRI von vor 9 (!) Tagen noch nichts gehört habe.
Und ob es denn nicht einfacher wäre, sie würden wieder was finden und jemand anders könnte sich um alles,
alles kümmern, anstatt das ich mich um alles,
alles kümmern muss.
Da hilft auch meine coole Jean Seberg Frisur nichts.

 

Arbeitsversuch

In meine Klasse konnte ich nicht zurück, auch nicht in mein Schulhaus. Weil es Unruhe stiften würde. Erst zwei Wochen vor Sommerferien, weil dann spielt Unruhe keine Rolle mehr, dann gehen sie ja dann eh von der Schule ab und da ist mein Stellvertreter auch einverstanden.
Also bin ich in einem Schulhaus weit weg vom anderen Schulareal, besprochen vor zwei Wochen, heute der erste Morgen in den Lernateliers. Lernatelier ist sehr weit von meinem sonstigen Arbeitsalltag entfernt.
„Ach, ich war nicht mehr sicher, ob du schon heute kommst.“
Doch ich kam. Stand etwas rum. Zwei Lehrpersonen an zwei Tischen auf dem Flur, wegen Corona. Die Schüler arbeiten selbständig in Lernateliers. Wenn sie Fragen haben kommen sie raus. Um die Lehrertische auf dem Flur ist ein 2m-Radius abgeklebt.
Irgendwann gehe ich zum einen Tischchen, räume die Blätter und Stifte etwas weg und setz mich dorthin. Und warte.
Mache Konversation mit dem anderen Lehrer. Der nuschelt etwas stark, ist schwierig der Unterhaltung zu folgen. Ich warte. Die andere Lehrerin hilft den wenigen Schülern, die Hilfe wollen. Nach einer halben Stunde fragt sie mich, ob ich mich vielleicht vorstellen wolle, dann, nach der Pause.
In der Pause leiht sie mir ihren Schlüssel, damit ich aufs Lehrerklo kann und zeigt mir das Lehrerzimmer. Den Weg zurück lass ich mir beschreiben, kann den Lift aber ohne Schlüssel nicht nutzen, aber ich finde den Flur.
Drei Lernateliers, dreimal vorstellen. Ein Schüler fragt nach, wie ich heisse. Eine Schülerinteraktion heute. Dann sitze ich wieder draussen. Und warte. Zwei mal zwei Lektionen pro Woche. Um mich an die Arbeit zu gewöhnen.
Es läutet, die Schüler gehen nach Hause. Der Lehrer verlässt grusslos den Flur in die entgegengesetzte Richtung. Die Lehrerin ist schon vor zwanzig Minuten verschwunden. Vier Schüler verabschieden sich von mir.
Ich nehme meine Rucksack und mein Skateboard und gehe heim.

Warten  kann ich eigentlich schon echt gut.
Das habe ich bereits im letzten Jahr gelernt.

Zersetzungserscheinungen

Ok. Gut.
Letzte Woche verabschiedete sich mein Zehennagel. Er revoluzzerte mitten im Lebensmittelgeschäft, stand aufrecht, stramm. Eingerissen und bröselig war er ja schon seit zwei Monaten (ungeschickte 🛹Landung auf dem Zeh) aber ich blieb wo hängen, da stand er im 90°-Winkel ab.
Ich stand vor der Veggie-Auslage, da mein Grosser beschlossen hatte, seinen CO2-Abdruck zu verkleinern und kein Fleisch mehr zu essen.
Ich klappte den Nagel zurück.
An der Kasse stellte ich fest, dass meine Sandalen voll Blut sind. Ich liess die Einkäufe stehen, humpelte zur Apo, die schickten mich zum Arzt.
Der Operierte „das kranke Gewebe“ weg.
Ich: Darf ich nicht mehr im Fluss schwimmen?
Er: Doch, doch! Im Sommer schon.
Ich: Ähm, ich meinte heute?
Zwei Wochen Badeverbot, ich hielt mich immerhin 24h dran.
Schön pflegen, einbinden.
Zack! Gestern der Nagel des kleinen Zehs längs gespalten. Ein gutes Stück steht ab.
Also wieder, rumoperieren, Antibiotikacrème.
Am andern Fuss scheint sich auch beim grossen Zeh der Nagel zu schälen. 😱😱😱
Hmmmm….
Der Hausarzt googelte meine Medis. 🙈
Podologie gebucht. ✅
Skateboarden ❌
Baden ❌
Joggen ❌

😬

Schulter gesucht

Nachdem MRI auf dem Weg zum Zugang ziehen lassen. Meine Pflegerin lotst mich in ein Zimmer. Ein anderer Pfleger hastet uns nach.

Pfleger ruft: Schulter?
Pflegerin: Was?
Pfleger: Schulter!
Pflegerin: 🤨
Pfleger zeigt auf mich: Ist das meine Schulter?
Pflegerin: Nein das ist Mamma. Deine Schulter kommt noch.
Stimme von draussen: Deine Schulter ist hier!!

Ich: 🤔 🍖?