🦀Bilderbuch

Hab ja sonst nicht viel zu tun, ausser die Scherben wegzuräumen, von allem was zerbrochen ist und wegzubrechen scheint und warten.
Ob und wann und wie ich wieder arbeiten darf, ob und wann und wie es mit diesem Ausnahmezustand weitergeht.
Also habe ich mir ein Buch mit meinen 🦀Bildern gemacht.

So zum Jubiläum quasi. Heute ist Freitag in der zweiten Schulwoche nach den Frühlingsferien. Letztes Jahr war das der Zeitpunkt der ersten Chemo. Auch wenn es vom Datum her noch ein paar Tage geht bis zum exakten Jahrestag.
Deshalb nur ein Quasi-Jubiläum.

Vielleicht sollte ich mir heute einen Campari Soda gönnen. 🤔 (Schön in der gleichen Farbe wie die Infusion)

Stille

Das war ein guter Traum.
Die Trauer, die Erschütterung kam erst später.
Ein sanfter Traum.
Der Tod war nicht schlimm.
Nur Stille.

All dieses Um-sich-selbst-Kreisen, Egooptimierung, Bedürfnisbehauptung, dieser Kampf um Bedeutung, alles unwichtig.

Was bleibt ist Erinnerung.

Ende

Ich habe geträumt, ich sterbe.
Oder besser gesagt, ich wusste, dass ich sterben werde.
Nicht leidend, im Spital.
Ich war in einer Wohnung, hatte kinnlange, blonde Haare
und die Gewissheit, dass es zu Ende ist.
Ich habe in den Spiegel geschaut, mein Gesicht betrachtet und gedacht:
Das wars jetzt?
Mehr kommt nicht?
Schon alles vorbei?
Jetzt muss ich mich von mir verabschieden?
Ich hoffe, das nächste Mal wird es einfacher, das Leben.

Это все

(Dieses Lied will ich zum Abschied, wenn ich weg)

Ich meditiere mich zu Tode

Meditation, das wäre noch was, dachte ich früher öfter. Hatte aber irgendwie keine Zeit etwas Neues zu lernen zwischen Kids, Arbeit, Haushalt und Sport.
Jetzt habe ich Zeit, viel Zeit. Und gross bewegen muss ich mich zum Meditieren auch nicht. Also quasi ideal um damit zu beginnen.
Entspannungsübungen sind mir nicht fremd. Autogenes Training habe ich immer gerne gemacht, kennen gelernt mit sechs Jahren im Kindergarten. Beim AT war aber immer das Problem, dass ich eine Stimme brauchte, die mich anleitete.
Zuerst musste ich also immer eine Stimme finden, die angenehm sprach. Und wenn die Stimme dann was Unpassendes sagte, war Schluss mit der Entspannung.
Oder wenn ich gerne noch tiefer in die Entspannung wäre, so zum Beispiel in den Traum der letzten Nacht wieder einsteigen, aber es dann schon fertig war. Diese Abhängigkeit nervte mich.
Aber alleine habe ich es selten geschafft, das Rauschen im Kopf ruhig zu kriegen.
Progressive Muskelentspannung war nie meins. Also versuche ich es jetzt mit Meditation.
Ich lasse mich auch erst durch Stimmen anleiten. Gibt ja nette Apps. Und ich habe viiiiiiiel Zeit.
Mein Hirn braucht dringend eine Auszeit!
Die letzten Wochen waren emotional so anstrengend. Nicht nur wegen dem Krebs. Den hab ich ja schon fast vergessen. Haha. (Scherz)

Und dann habe ich gestern festgestellt, das geht tatsächlich.
Man kann nichts denken. Bis jetzt hielt ich das ja für ein esoterisches Gerücht. Oder für eine Ausrede auf die Frage: Woran denkst du?
Doch seit gestern bin ich bekehrt.
Ich konnte tatsächlich Rosen schneiden und an nichts denken. Nicht die ganze Zeit, aber bis jetzt konnte ich noch nie an nichts denken, keine Sekunde. Mein hyperaktives Hirn denkt normalerweise eher so an drei Sachen gleichzeitig und das im 6 Gang auf der Überholspur.
Nichts denken.
Was für ein wattebauschiger Zustand!

Dafür geben meine Träume Gas. Wohl zum Ausgleich. Schütten mich zu mit plakativen Mitteilungen und Appellen in Metaphernform.
Puh!
Wieder mal Grossputz im Unterbewusstsein? Ausmisten?

Aber gerne!