Frustshoppen

Hmmm….
Ok, ich war frustriert.
Genervt.
Gestresst.
Übernächtigt und mit halber Schlaftablette sollte man gegen Mitternacht keine Schuhe im online-Shop angucken.
Einschlafen.
Aufwachen.
Das Bestätigungsmail sehen. 😱😱😱
Für wieviel habe ich gerade Schuhe bestellt???
🙈

Post- Chemo- Erschöpfung

Diese bleierne alles verschlingende Erschöpfung, die einem manchmal nach der Chemo niederstreckt.

Immer wenn ich das Leben geniessen wollte, trotz Chemiecocktail im Blut.
Zuviel Energie verbraucht, ahoi depressive Verstimmung.

Dann kommt die Erschöpfung gepaart mit Einsamkeit und schlägt mir erst in die Kniekehlen, dann ins Genick.
Und ich bin nur froh, sind die Kinder schon im Bett, wenn ich zusammenklappe.
Krebs ist 💩
Allein sein ist 💩
Alleinerziehend sein ist 💩

Und alles zusammen: C’est la grosse merde!

Na dann…
Gute Nacht!

Ich meditiere mich zu Tode

Meditation, das wäre noch was, dachte ich früher öfter. Hatte aber irgendwie keine Zeit etwas Neues zu lernen zwischen Kids, Arbeit, Haushalt und Sport.
Jetzt habe ich Zeit, viel Zeit. Und gross bewegen muss ich mich zum Meditieren auch nicht. Also quasi ideal um damit zu beginnen.
Entspannungsübungen sind mir nicht fremd. Autogenes Training habe ich immer gerne gemacht, kennen gelernt mit sechs Jahren im Kindergarten. Beim AT war aber immer das Problem, dass ich eine Stimme brauchte, die mich anleitete.
Zuerst musste ich also immer eine Stimme finden, die angenehm sprach. Und wenn die Stimme dann was Unpassendes sagte, war Schluss mit der Entspannung.
Oder wenn ich gerne noch tiefer in die Entspannung wäre, so zum Beispiel in den Traum der letzten Nacht wieder einsteigen, aber es dann schon fertig war. Diese Abhängigkeit nervte mich.
Aber alleine habe ich es selten geschafft, das Rauschen im Kopf ruhig zu kriegen.
Progressive Muskelentspannung war nie meins. Also versuche ich es jetzt mit Meditation.
Ich lasse mich auch erst durch Stimmen anleiten. Gibt ja nette Apps. Und ich habe viiiiiiiel Zeit.
Mein Hirn braucht dringend eine Auszeit!
Die letzten Wochen waren emotional so anstrengend. Nicht nur wegen dem Krebs. Den hab ich ja schon fast vergessen. Haha. (Scherz)

Und dann habe ich gestern festgestellt, das geht tatsächlich.
Man kann nichts denken. Bis jetzt hielt ich das ja für ein esoterisches Gerücht. Oder für eine Ausrede auf die Frage: Woran denkst du?
Doch seit gestern bin ich bekehrt.
Ich konnte tatsächlich Rosen schneiden und an nichts denken. Nicht die ganze Zeit, aber bis jetzt konnte ich noch nie an nichts denken, keine Sekunde. Mein hyperaktives Hirn denkt normalerweise eher so an drei Sachen gleichzeitig und das im 6 Gang auf der Überholspur.
Nichts denken.
Was für ein wattebauschiger Zustand!

Dafür geben meine Träume Gas. Wohl zum Ausgleich. Schütten mich zu mit plakativen Mitteilungen und Appellen in Metaphernform.
Puh!
Wieder mal Grossputz im Unterbewusstsein? Ausmisten?

Aber gerne!

Chemo-Brain in the Rain

Bis jetzt hatte ich noch nicht mit dem berühmt-berüchtigten Chemobrain zu kämpfen. Also der absoluten Verpeiltheit und Vergesslichkeit, die einem überfordert und desorientiert im Lebensmittelgeschäft zwischen den Regalen stehen lassen, ohne die leiseste Ahnung mehr zu haben, was man den eigentlich kaufen wollte.
Jetzt ist es da.
Ich glaube, das hat weniger mit der Chemie zu tun, als mit dem  momentanen Stress, beziehungsweise dem Schlafmangel.
Einschlafen krieg ich ja noch hin, aber häufig ist dann um drei Uhr Schluss, vielleicht döse ich kurz vor sechs wieder ein. Aber das reicht dann halt schon nicht.
Diese Nacht war leider schon um zwei Uhr Schluss.
Der Donner schreckte mich vom Balkon und ich flüchtete ins Zimmer. Nach dem Gewitter feierten leider die Nachbarn der Nachbarn der Nachbarn weiter feuchtfröhlich schreiend weiter. Etwa so bis vier.
Eigentlich beruhigt ja Regen, kann ich immer gut schlafen. Besonders Sommerregen liebe ich. Irgendwann hatte ich die Nase voll, zog mein Bikini an und stellte mich auf den Balkon in den Regen.
Die frühste Dusche, die ich je genommen habe.
Möge der Regen alles wegwaschen.