🦀Bilderbuch

Hab ja sonst nicht viel zu tun, ausser die Scherben wegzuräumen, von allem was zerbrochen ist und wegzubrechen scheint und warten.
Ob und wann und wie ich wieder arbeiten darf, ob und wann und wie es mit diesem Ausnahmezustand weitergeht.
Also habe ich mir ein Buch mit meinen 🦀Bildern gemacht.

So zum Jubiläum quasi. Heute ist Freitag in der zweiten Schulwoche nach den Frühlingsferien. Letztes Jahr war das der Zeitpunkt der ersten Chemo. Auch wenn es vom Datum her noch ein paar Tage geht bis zum exakten Jahrestag.
Deshalb nur ein Quasi-Jubiläum.

Vielleicht sollte ich mir heute einen Campari Soda gönnen. 🤔 (Schön in der gleichen Farbe wie die Infusion)

Bild: So!

Fühlt es sich an, wenn man 9 Monate durch die Krebsmangel gedreht wird: gezerrt, geritzt, gehalten, gestützt.
Aber immer ausgeliefert.

Das Bild entstand in der Reha, in einem wunderschönen Atelier, in das man auch ausserhalb der Therapien gehen konnte. Leider war ich abends häufig zu müde dazu, ich hätte es viel mehr nutzen wollen.

Eigentlich hätte es ein letztes Krebsbild werden sollen, wurde es dann noch nicht. Aber das, was die Behandlung für mich zusammenfasst. Das Original ist so gross, wie ein Werbeplakat: A0.
Und natürlich nicht zerstückelt.

Ich bin gespannt, wann die Frauen auf meinen Bildern nicht mehr glatzköpfig und barbusig sind.
(Ich bin beides nicht mehr).

Willkommen in der Radioonkologie

Dreissig Bestrahlungen pro Tag führen sie in diesem Raum durch. Und das nur im Raum grün.
Eine richtig gut geschmierte Medizinmaschinerie.
Als ich heute da war, lag noch die Gittermaske eines anderen Patienten rum. Offenbar war er nicht gekommen, denn sie holten mich früher rein.

Von meinem Arzt liess ich mir nachher erklären, wie genau das geplant und berechnet wird. Er zeigte mir meine Körperschnittbilder mit den Bestrahlungsflächen und -winkeln. Auf einem Diagramm war ersichtlich, welche Dosis durch welches Gewebe „geschossen“ wird, um dann im „Zielgebiet“ die benötigte 100%-Dosis zu erhalten. Hält offensichtlich nicht jedes Gewebe gleich viel Bestrahlung aus: Lunge, Herz, Knochen…
Sie haben auch ein Röntgenbild mit dem eingezeichneten Bestrahlungsbereich, das wird dann über meine Live-Bilder rübergelegt, damit sie kontrollieren können, wo sie noch einen Milimeter daneben liegen, bzw. ich noch einen Milimeter daneben liege.
Es ist beruhigend, dass das alles immer kontrolliert wird. Darum wohl die Wartezeiten. Auch bin ich froh, keine Kleber und Zielkreuze auf meinem Körper zu haben. Das ist der Vorteil von Tattoos und Laser.

Ich muss mir einen Panzer zulegen oder eine f*ckyou-Rockgören-Attitüde. Sonst werd ich depressiv, wenn ich mich da noch 30mal einreihen muss.

Chemotherapie

Heute keine Chemo. Weil die Stadt ist in Festlaune, da liegt auch das Spital lahm (oder die Belegschaft verkatert irgendwo….).

Dafür ein Bild, für das ich gerne eine Bildüber- oder Bildunterschrift von Euch anonymen Lesern hätte, die Ihr hier manchmal rumklickt.

PS: Zeichnen hilft (fast) immer, wenn Worte versagen und Sport nicht möglich.