Zukunft ausmalen

Warum ist mir das erst heute aufgefallen?
Irgendwann in der Reha hatte ich die Nase voll davon, Krebsbilder zu malen. Ich wollte ein Zukunftsbild malen in kräftigen Farben.
Also bekam ich ein grosses Stück Papier ca. 1,5m x 2m und nah mir den breitesten Pinsel, blau und grün und malte wie wild drauf los.

Und dann stand das Bild etwa 3 Wochen zusammengerollt in der Ecke. Ich konnte mir einfach nicht ausmalen, was denn in Zukunft werden sollte.
Irgendwann nahm ich es wieder raus und schmierte erst mit den Händen weiter Farbe drauf, gestalten, formen. Zukunft selbst im die Hand nehmen.

Das sah aber zu sehr nach fleischigen Büropflanzen aus, also griff ich wieder zum Pinsel.

Und das ist mein: Ich-will-ins-Leben-reinspringen-Bild.

Und dann kam Corona, Schulen zu, vereitelter Arbeitsversuch, Trennung und trotzdem…

Wem fällt was auf?
Was mache ich seit Ostern fast täglich?

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Was male ich als nächstes? 🤔😄

Geschenk angekommen

📧@Onkodoc

Guten Tag Herr Onkodoc

Ist es möglich den Julitermin zu verschieben? Ich hätte da zwei Wochen kidsfrei und würde gerne verreisen, falls man wieder darf. Sonst pilgere ich halt durch die Schweiz….

Freundliche Grüsse

Tinkakartinka


📧@Tinkakartinka

An sich schon… wenn ich mir aber das angedachte Weihnachtsgeschenk für den Onkologen vor Augen führe, weiss ich nicht wirklich, ob ich so grosszügig sein sollte…


😬 Corpus delicti

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🦀Bilderbuch

Hab ja sonst nicht viel zu tun, ausser die Scherben wegzuräumen, von allem was zerbrochen ist und wegzubrechen scheint und warten.
Ob und wann und wie ich wieder arbeiten darf, ob und wann und wie es mit diesem Ausnahmezustand weitergeht.
Also habe ich mir ein Buch mit meinen 🦀Bildern gemacht.

So zum Jubiläum quasi. Heute ist Freitag in der zweiten Schulwoche nach den Frühlingsferien. Letztes Jahr war das der Zeitpunkt der ersten Chemo. Auch wenn es vom Datum her noch ein paar Tage geht bis zum exakten Jahrestag.
Deshalb nur ein Quasi-Jubiläum.

Vielleicht sollte ich mir heute einen Campari Soda gönnen. 🤔 (Schön in der gleichen Farbe wie die Infusion)

Bild: So!

Fühlt es sich an, wenn man 9 Monate durch die Krebsmangel gedreht wird: gezerrt, geritzt, gehalten, gestützt.
Aber immer ausgeliefert.

Das Bild entstand in der Reha, in einem wunderschönen Atelier, in das man auch ausserhalb der Therapien gehen konnte. Leider war ich abends häufig zu müde dazu, ich hätte es viel mehr nutzen wollen.

Eigentlich hätte es ein letztes Krebsbild werden sollen, wurde es dann noch nicht. Aber das, was die Behandlung für mich zusammenfasst. Das Original ist so gross, wie ein Werbeplakat: A0.
Und natürlich nicht zerstückelt.

Ich bin gespannt, wann die Frauen auf meinen Bildern nicht mehr glatzköpfig und barbusig sind.
(Ich bin beides nicht mehr).

A long way…

Als ich die Diagnose anfangs Mai bekam, hiess es, die Therapie dauere ein halbes Jahr, das wäre Ende Oktober gewesen. Nun hatte ich das Vorgespräch zur Bestrahlung. Sieben Wochen sind geplant, nicht nur fünf.
Seit ich Brustkrebs habe, höre ich die ganze Zeit, dass ich jung bin. Danke vielmal. Aber im Zusammenhang mit einer Erkrankung ist das nicht immer positiv. Für die Bestrahlung heisst das, dass nicht nur die Brust und die Lymphknoten bestrahlt werden, sondern auch noch – ich erinnere mich nicht mehr genau – der Lymphabfluss? Jedenfalls werde ich an drei Stellen bestrahlt, nicht wegen meines Befundes, sondern um wegen meines Alters auf Nummer sicher zu gehen. Wenn aber an drei Stellen bestrahlt wird, muss die Dosis pro Stelle runtergeschraubt werden, damit der Impact auf den Körper nicht so gross ist und darum braucht es mehr Einheiten, nämlich dreiundreissig.
Die Bestrahlung dauert also voraussichtlich bis Weihnachten.
Nächste Woche habe ich dann das Vorbereitungs-CT. Dann erstellen sie ein 3-D-Modell von meinem Oberkörper, damit die Winkel richtig berechnet werden können, so dass möglichst wenig von der Lunge und vom Herz mitbestrahlt werden.
Wann ich meine Bestrahlungstattoos bekomme, weiss ich noch nicht. Also es kann noch dauern, bis sie beginnen.
Ursprünglich war mal geplant, dass ich auf das nächste Schulhalbjahr wieder zu arbeiten beginne. Im Moment bin ich aber noch weit davon entfernt, mich wieder in ein Schulzimmer und vor eine Klasse stellen zu können. Ich habe immer gesagt, dass ich mich zuerst erholen muss und inzwischen ist das nicht nur so ein Gedanke, sondern ich merke, dass mein Nervenkostüm derart porös ist, dass ich mir unglaublich selber auf den Senkel gehe. Nicht mal mehr mit meinen Kindern habe ich annähernd genügend Geduld. Und das, obwohl ich eigentlich nur Spital- und Physiotermine habe. Und mich sonst „erholen“ kann.

Also frage ich mich natürlich, wie weiter? Wie geht es weiter, nach der Therapie?
Was kann ich dann noch machen? Woher die Kraft?
Welcher Weg ist meiner.

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