Endlich!

Manchmal hilft es, unterm Sternenhimmel zu schlafen!

Und ich bin immer wieder erstaunt, wie glücklich mich das macht. Ich scheine relativ simpel zu sein..

Aber etwas vestehe ich nicht…🤔 Als ich am Morgen aufwachte, war es laut App -0°.
Minus-Null?
Kann mir das wer erklären??? Mein Mathehirn kapiert das nicht…

PS: Bitte nicht meinem Kleinen verraten. Der fragt mich dauernd, wann er wieder draussen schlafen darf…. Und ich als Mamma denke, es ist noch zu frisch!

Das Aufwachkonzert:

So viel

Ich weiss nicht was schreiben, weil sprachlos lässt mich das grad zurück, das Leben. Zurück fallen auf das Sofa, von dem ich mich erhoben, um los zu legen und dann zurück geworfen, niedergestreckt.
Sprachlos, wortlos.
So dass ich mich kaum getraue zu antworten, auf die Frage: Wie gehts? Was ist mit…?
Und mich sogar mein Cancer-Buddy mitleidig anschaut und ein permanentes Kopfschütteln die Schilderung meiner letzten Wochen begleitet.
Sind die Zuhörer*innen besonders empathisch, tun sie mir fast schon leid.
Und doch, geht es mir und meinem Grossen und Kleinen gut. Wir sind ein perfektes Trio!
Und alles andere wird!!!
Muss werden…
Ich bin kampfesmüde auf so vielen Ebenen. Und ich spreche nicht mal vom einen C, noch vom weltumspannenden anderen C.
Schickt mir Sonne!

☀️🙏🏻

Weihnachten 2020

Viele haben Mühe mit Weihnachten in diesem Jahr. Ich nicht.
ich geniesse die Ruhe und die stressfreie Zeit.
Grosse Familienfeste mochte ich noch nie. Bei Gruppen über fünf Personen finden selten gute Gespräche statt und bei Familien fällt dann jede*r in seine oder ihre Rolle…
Da meine Mutter gestürzt ist und alle Besuche abgesagt hat, habe ich sie gestern mit ihrem Lieblingsnachtisch überrascht. Geschenkübergabe vor der Haustür, kurzer Austausch: 10min-Turboweihnacht.

Begonnen hatte der Tag mit meinem Grossen und meinem Kleinen, die mir beim Kekse backen halfen. Und wir werweisten den ganzen Tag, welches der Geschenke, die über Nacht unterm Christbaum aufgetaucht sind, für wen sei.
Der Kleine weiss eigentlich auch schon, wer das Christkind in Wirklichkeit ist. Aber in stillschweigendem Einkommen lassen wir das Christkind, Christkind sein. Es bringt die Geschenke. Meine Jungs bedanken sich bei mir und ich leite den Dank weiter… 😉
Den Zauber bewahren wir uns!

Wir verdrückten Sushi für eine ganze Kompanie (0,5 Kilo Reis, 2 Avocados, Lachs, Karotten, Gurke) und guckten Timm Thaler – das war natürlich mein Wunsch, weil Weihnachtszeit ist Nostalgiezeit. Und neben Nesthäckchen war das meine Lieblingsweihnachtsserie.

Im Gegensatz zu letztem Jahr denke ich diese Weihnachten nicht dauernd: Ich bin so froh, am Leben zu sein.
Ich bin auch nicht mehr in der Bestrahlung. Nur noch hormongeblockt.
Aber weinen musste ich doch.
Weil ich glücklich bin, dieses Leben, diese Kinder zu haben.
Was für ein Glück!

Dankbar

Nun ja.
Kein Theater mehr für dieses Jahr.
Das nächste C wirft alle Pläne über den Haufen.
War es 2019 das -ancer, ist es 2020 das -orona.
Trotzdem.
Immerhin durfte ich trotz Tanz- und Singverbot auf der Bühne eben dies tun.

Als am Dienstag klar wurde, das die restlichen Aufführungen dieses Jahr dem zweiten C zum Opfer fallen, haben wir geweint.
Aber erst nach der letzten Vorstellung, die grandios war!!!
Standing Ovations an allen Aufführungen. Nastücher sollen auch viele ertrunken sein im Publikum….
Hoffentlich gehts im Februar und März weiter mit der Tournee.

Ein letzter Check-Out – jeder gibt Feedback.

Meins: Ich bin wahnsinnig froh, konnten wir vier Aufführungen machen.
Weil dieses Projekt, das hat mich durch die letzten anderthalb Jahre gebracht.
Das hat mich gerettet. Ohne wäre ich verdammt einsam gewesen mit meiner Krankheit.
Ich danke euch allen!!!

Meine Überlebenstruppe

Post von früher

Heute habe ich einen Brief gekriegt. Vom 28. November 2019.
Geschrieben nach der ersten Bestrahlung. Von mir.

Es ist berührend diesen Brief zu lesen. Meine Angst davor, dass ich das – was ich während dieser Krankheit gelernt und entdeckt habe, wieder vergessen zu haben und vom Alltag aufgefressen worden zu sein.
Und vor allem meine Klarheit über die damalige Situation: Arbeit, Krankheit, Beziehung.

Ich gebe mir darin Tipps und Anweisungen und habe sie tatsächlich inzwischen verinnerlicht und nicht vergessen.
Vielleicht schreibe ich noch mal mehr dazu.

Ein wichtiger Satz aus dem Brief verrate ich: Du musst das Leben nicht neu erfinden.

Danke, Tinkakartinka.
Du hast so viel geschafft in diesen anderthalb Jahren!
🌻

Immer wieder

Gibts so emotionale Momente.
Heute war ich im Zirkus. Letztes Jahr mit Glatze, halb traumatisiert von der Trennung und den Lügen mitten in der Chemo.
Und doch war es einer dieser Glücksmomente. Weil ich im Zirkus sass und dachte, so schön, dass ich noch am Leben bin. Alles ist Scheisse, das Heute, das Morgen. Aber gerade jetzt bin ich froh, am Leben zu sein.
Es war ein sehr heisser Tag und ich zog irgendwann mein Kopftuch aus.
Der Kleinwüchsige in Uniform am Eingang schaute mich erschrocken an und fragte: Gehts dir gut???!!
Ich lachte ihn an und bejahte.
Weil es für diesen einen Moment stimmte.
Weil ich einfach mal alles vergessen wollte: Krankheit, Nebenwirkungen und vor allem das Gefühl, von der Person, die mehrere Jahre mein Vertrauter war, in dieser Situation angelogen und im Stich gelassen worden zu sein.
Der Verrat und das Gefühl der Wertlosigkeit erdrückten mich fast.

Und heute nun wieder im Zirkus.
Mit meinen Jungs. Mit Haar und Maske sitze ich in der fünften Reihe, so nah an der Manege, wie noch nie.
Und ich sehe mich gegenüber, ganz weit oben sitzen. Mit Glatze und weit aufgerissenen Augen. Wie ich versuche, möglichst alles in mich aufzusaugen, zu verschlingen. All die Farben, die Musik, die Kraft und das Leben. Wie ich versuche damit meinen Tank aufzufüllen, damit ich mich wo festhalten kann im grauen Wirbelsturm.
Und ich sehe die Tränen, die mir plötzlich die Wangen runter kullern bei der Vertikaltuchakrobatik. Und die ich verstohlen wegzublinzeln versuche.
Zu Tränen rührte mich nicht, dass das Paar eine hocherotisch-artistische Nummer zeigte. Sondern der simple Fakt, dass der Artist seine Partnerin hält, damit sie nicht auf dem Boden aufschlägt.

Ich sehe mich dort drüben sitzen. Und denke, halte durch. Guck doch mal her zu mir!
Und dieses letzte Jahr fühlt sich wie ein ganzes Jahrzehnt an.

Das Leben riecht anders

seit letztem Freitag.
Es ist klarer. Ruhiger.
Jedes Sonnenfunkeln auf dem Wasser, das gelbblinkende Herbstblatt, der Morgennebel, alles ist schön.
Und es fehlt nichts. Was da ist, ist da. Eine Mischung aus Abgeklärtheit und Melancholie? Nicht abgelöscht.
Etwas ist zu Ende gegangen.
Etwas das Kraft gekostet hat und wichtig war, ein Kampf. Ich verstehe noch nicht genau, welcher, worum.
Vielleicht bin ich noch nicht wieder ganz mitten drin. Im Getöse und Gerangle um Bedeutung und Anerkennung.
Etwas ist gegangen in dieser Nacht.
Und jetzt ist da Ruhe.

Oder ist es der Herbst?

Also…

Nur um es wirklich auch explizit erwähnt zu haben. So schnell wie es mir mit dem Medikament schlechter ging, so schnell wurde es auch wieder besser.

Ich hatte ein paar Tage voller Leben!!!!

Das weitere Prozedere ist noch in der Tüftelschlaufe… Evt. ist morgen wieder etwas grauer. Wir werden sehen.

Update zu CT, Behandlungsplan, Mörserverbot und unkrebsige Milchglasflecken folgt….