Da die Chemo im schlechten Fall das Herz in Mitleidenschaft ziehen kann, muss erst mal der aktuelle Zustand genau untersucht werden.
Leider war ich müde, sehr müde. Im Wartezimmer bin ich fast vom Stuhl gekippt.
Dann erst EKG und mit dem Zettel in der Hand auf die Untersuchung warten.

Ich muss mich seitlich auf die Bahre legen, schön Herz über Loch in der Liege. Der Arzt komme bald. Ich kriege noch ein warmes Tuch, wie beim Wellness.
Er kommt leider nicht so bald, entschuldigt sich, als er mich aus meinem Schläfchen weckt.
Dann arbeitet er sich Kammer für Kammer durch mein Herz. Die Pumpen und die Klappen zappeln.
> Sehen Sie, das ist wie eine Paprika. Hier kommt das Blut rein und wird dort weiter gepumpt. Und so mit Farbe kann ich sehen, ob die Klappen dicht schliessen.
Meine Güte ist das Herz fleissig. Ich glaube, Herzschmerz sollte man möglichst umgehen, gibt schon so viel zu tun.
Hochkonzentriert schiesst er unglaublich viele Bilder.
Ist das nun schon wieder distanzierte Professionalität?
>Alles in Ordnung?
>Ja, alles gut. Ich muss einfach alle Ansichten haben. Also die Paprika…. (er zeigt es mit den Händen)
>Sie sezieren die Paprika.
>Genau!
Herz gesund. Na immerhin. 🙂

