Jahrestagsverjährung

Gibt es sowas? Ein Bilanzierungsstop?
Schon ja. Bestimmt.
War ja nach der Trennung von meinem Exmann auch so. Oder nach dem Tod meines Vaters.
Er wird kommen, auch nach Krebs.
Irgendwann schaltet das Hirn nicht mehr automatisch an bestimmten Daten oder Orten auf Vergangenheit und berechnet Zeit- und Gefühlsdistanzierung.

Wobei es einige Bilanzen gibt, die im schwarzen Bereich liegen. So meine Energie, die nach acht Stunden Leutetrubel noch für den gemütlichen Teil reicht, nicht mehr nur für das Sofakoma.
Und ich fühle mich im Vergleich in vielen Situationen, obwohl jetzt alleine, viel weniger einsam, als ich es in der Beziehung war. Mit einem Freund hinter spontanhochgezogenen Mauern.
Nur manchmal weht so ein Wehmutshauch. Weil Momente der innigen Verbundenheit gab es natürlich auch.
Doch der weht und vergeht.

Es ist gut so.

Wie

  • Wie machen das Patienten, die kein Deutsch verstehen und sprechen?
  • Wie machen das Patienten, die sich nicht einlesen können?
  • Wie machen das Patienten, die die komplizierten medizinischen Begriffe nicht verstehen?
  • Wie machen es Patienten, die nichts von der Möglichkeit von Zweitmeinungen wissen?
  • Wie machen das Patienten, die sich nix zu fragen getrauen?
  • Wie?

Und wieso – Gopf – bin ich nicht einfach all das oben Genannte?
Dann hätte ich die letzten Nächte nur wegen der Windböen schlecht geschlafen….

Schon klar, möchte ich eigentlich gar nicht sein. Nur temporär-doof, manchmal.