Es ist absurd

Es ist absurd.
Es ist absurd von einer Fachperson vorgeschlagen zu bekommen, das eigene Kind bei Schulproblemen doch selbst zu unterrichten, obwohl ich grad im Arbeitsversuch von 2h/Tg stecke.
Es ist absurd sich dann für seine Erschöpfung rechtfertigen zu müssen, da man ja ein Medikament nehme, dass doch auch gegen Fatigue helfe, ja warum ich denn nicht fit sei.
Es ist absurd, wenn in einem Team diskutiert wird, wie meine Stellvertretung, die für mich eingestellt wurde, damit ich einen sanften Arbeitseinstieg habe, entlastet werden kann und wie ich sie entlasten kann, wenn ich noch krankgeschrieben bin und im Arbeitsversuch.
Es ist absurd, so einen Elternabend zu leiten, nachdem die Stellvertretung 6h zuvor die Schule verlassen hat und der Ersatz noch nicht offiziell: also ich bin im Moment nicht die Lehrerin, aber in Zukunft schon wieder, meine Stellvertretung ist ja heute überraschend gegangen, der zukünftige Stellvertreter, also der kommt dann am Montag und ich erzähle jetzt, wie ich unterrichten würde, was ich ja jetzt noch nicht mache, was ich aber in Zukunft auch wieder werde…
Es ist absurd, Aufgaben zu übernehmen, die laut Arbeitsintegration noch nicht meine sind. Die aber nicht gemacht werden sonst und deren Folgen dann so oder so auf mein Energiekonto gehen. Früher oder später.
Es ist absurd, wie schwer das Einfädeln in den Alltag nach akuter Krebstherapie ist.
Leckt mich doch alle!
Es ist absurd.

Der Witz des Tages

Sie hat den Krebs besiegt! –
Leider starb sie ein Jahr später an einem Schlaganfall.

Ha. Ha. Ha.

Ich zitiere aus der Packungsbeilage. Nebenwirkungen:
Schlaganfall (häufig): plötzliches Auftreten von Schwäche oder Lähmungen in den Armen oder Beinen, plötzliche Schwierigkeiten beim Sprechen, Laufen, Denken oder Schwierigkeiten etwas in der Hand zu halten, können Zeichen einer reduzierten Blutversorgung im Gehirn sein. Diese Symptome können Zeichen eines Schlaganfalles sein. In diesem Fall soll sofort ein Arzt bzw. eine Ärztin aufgesucht werden.

😳🙈

Hilfe in depressiven Phasen

Lego bauen

Das Einzige im Leben, bei dem alle Teile passen und alles nach Plan aufgeht.

Britische Kochshows gucken

Das ist ja an sich schon skurril. Und dennoch, die Zutaten haben immer die richtige Menge, Kuchen gehen auf, das Fleisch ist zart und die Kruste knusprig.
Alles geht leicht von der Hand!
Zumindest beim Zuschauen.

Rosamunde Pilcher

Nein. So schlimm ist es noch nicht!

Mal freiwillig unter der Nadel

Ich: Also medizinisch habe ich es abgeklärt und alles ok.
Sie: Hatte der Arzt nichts dagegen?
Ich: Ich weiss, prinzipiell haben ja alle Ärzte was gegen Tattoos. Aber die Onkologen sind da anders.
Sie: Echt?
Ich: Was soll er denn sagen? Die Farben sind krebserregend? Hahaha. Zu spääääät!

nach 2h

Sie: Wie gehts? Mit der Farbe weitermachen?
Ich: Gut! Ich schlaf gleich ein…

nach 2,5h

Sie: Gehts noch?
Ich: Kein Problem. Ich döse hier etwas.

nach 3h

Sie: Jetzt ists unangenehm, oder? Gehts noch?
Ich: No problem. Ich bin Schmerzexperte.

nach 3,5h

Sie: Fast geschafft! Endspurt! Jetzt musst du noch durchhalten!
Ich: Wie lange?
Sie: Halbe Stunde.
Ich: Cool!!

Die schwarzen Outlines fühlten sich bloss wie das Ritzen einer Messerspitze auf Haut an. Die dickeren Linien wie sanftes schneiden.
Das Schattieren wurde dann als Erstes etwas schmerzhaft.
Und die Farbe dann, das war so mehr wie ein Rumkratzen in einem üblen Sonnenbrand.

ABER

Ich wusste, nachher ist es vorbei. Keine zwei Wochen Nebenwirkungen. Keine Verschlimmerung wie bei der Bestrahlung.
Einfach vorbei. Und dann heilt es.
Und so war es sehr vorausseh- und handlebar.
No problem.
Und ja, ich bin tatsächlich weggedöst…. 😬

Genau das!

Ich hatte immer gesagt, der Krebs kann mir nicht mein Leben nehmen, vielleicht bringt er mich um, aber das Leben nimmt er mir nicht.
Das konnte ich natürlich sagen, weil ich nicht bettlägerig Stage IV palliativ und austherapiert war. Und ich habe alles dafür gemacht, dass das auch so ist, für mich und mein Umfeld.
Und nun?
Nach Operation, 33 Bestrahlungen, 21 Infusionen Chemo in 1 1/4 Jahr, alles fertig. Soweit NED (oder wie mans nicht ganz treffend auf deutsch nennt: krebsfrei). REHA, Corona, zwei Trennungen, 3 Wochen Ferien ganz alleine ohne kids, alles überstanden. Lymphödem langsam besser, Zehennägel wachsen nach, Mund spuckt kein Blut mehr, die ersten Arbeitstage Stunden und die Luft ist raus.
Nix da mit Leben erobern: Hurra ich lebe noch, schaut her! 💃

Eher klebrig vorwärts robben, mich durch den Tag hangeln und mich fragen, wozu? Dazwischen der Wunsch, mich einfach wo hinfallen zu lassen und liegen zu bleiben. So als kurzhaariges Neutrum. Bald fallen ja eh die Blätter, decken mich zu. Fällt wohl nicht auf. Ich fehlte ja doch schon lange, alle lebten so gut ohne mich. Also, lasst mich doch.

Jetzt ist das Leben weg.

Ja. Genau das meinte ich damit. Ist das Leben nicht ein Arschloch? Hä?
Ja eben.
Danke.

Oh hello again

Na, das ging ja lange, bis ich es gecheckt habe. Ja Tinkakartinka, du kannst nicht alles. Nein.
Erst dachte ich, die Erschöpfung. Kein Schlaf, kein Wunder, begann doch grad der Arbeitsversuch.
Und wer hat schon Hunger, bei dieser Hitze? Da möchte man sich doch den ganzen Tag im Bett verkriechen und niemanden sehen – ist ja nett kühl im Haus.
Und das man sich mal wie der letzte Dreck fühlt, na das kommt halt vor! Und wie Abfall, seelisch und körperlich defekt und beschädigt, wertlos.

Mein emotionales Gleichgewicht zu finden, absorbierte meine ganze Energie. Und am Samstag hatte ich auch 3 grossartige Stunden, am Sonntag hart erarbeitete 2h Zufriedenheit und gestern deren drei. Vom Rest spreche ich lieber nicht.
So viel Seelenhygiene wie ich betreibe, müsste ich innerlich rein erleuchten. Mach ich aber nicht.
Tja. 🤷‍♀️
Hello again. Hast ja lange auf dich warten lassen – in Anbetracht der Umstände…
Nun, um mich den ganzen Tag, das restliche Leben unter der Bettdecke zu verkriechen, dafür hat sich das letzte Jahr also definitiv nicht gelohnt!
☠️

Liste Reloaded

Ich hatte ja da mal so eine Liste und hab jetzt mal alles gestrichen, was schon erfüllt wurde:

  • Umarmungen
  • weisse, vegane Schokolade
  • Gefühl in meinen Fingerkuppen
  • Gelassenheit
  • Pedicure
  • Moussaka von meiner Freundin
  • 1-m Ollie, Rock to Fakie und Kickflip
  • Augenbrauen
  • Sonnengetrockneter Lakenduft
  • Gesundheit
  • mein Picknick, dass noch zu Hause auf dem Tisch liegt
  • Urlaub am Meer
  • Energienoch stark ausbaufähig
  • Haut, die sich sonnen lässt
  • eine coole Netflix-Serie (möglichst 12 Staffeln)
  • Zuversicht
  • 3 Caipiroshkas 🤪🤪
  • ein neues Dachfenster im Estrich
  • Doc Martens 2 Paar 😬
  • Liebe
  • einen Koch / Astronautenfood
  • schöne Träume
  • durchtanzte Nacht
  • Haare (auf dem Kopf)
  • Drogen
  • Jemand, der meine schweren Müllsäcke trägt
  • animalischen Sex
  • Freiheit

Einen Koch brauche ich nicht mehr und jemanden, der die Müllsäcke trägt auch nicht.
Um die Fenster (sind inzwischen zwei) kümmere ich mich bald.

Das mit der Gesundheit ist so weit so gut und das Meer kann warten, ich habe meinen Privatnacktbadeplatz. 😁

Auf Drogen kann ich locker verzichten, das Leben ist grad wunderbar (mit Vorbehalt, am Wochenende wars das, gestern wars beschissen 🤷‍♀️).
Mein Grosser und mein Kleiner sind ziemlich gut drauf und wir schauen uns prima. 🧑🏼‍🦱👦🏼🧒🏼

Das mit der Liebe ❤️ wäre noch offen. Hallo? Universum? Aber lass dir ruhig Zeit, ich brauch noch etwas. 🙏🏻

Sonst schlittere ich wieder in Halbes rein… oder bin totalüberfordert.

Ernüchterung

Eigentlich hatte ich einen so positiv frohlockenden Beitrag geschrieben – gestern – so frohlockend wie ich gestern zur Arbeit fuhr.
Fünf Stunden später bin ich nach Hause und bin zusammen gebrochen. Habe mich ins Bett gelegt: Kopfschmerzen, Übelkeit, Tinitus, Totalerschöpfung.
Ich war bloss einen halben Tag dort!!!
Ich bin ein Wrack.

Dann Abends Totaleskalation mit meinen Jungs und ja, nur falls ich es vergessen hatte, die letzten Wochen:
Ich bin allein.
Ich bin allein für alles zuständig.
Ich bin weder fit noch gesund.
Und ich fühlte mich, als sollte man mich am Besten gleich kompostieren. Abfall. Verfallsdatum überschritten, angeschimmelt und nutzlos.

Keine Hilfe ist es, meinen Ex mit seiner Honeymoon-Ausstrahlung zu sehen, da wir ja am selben Ort arbeiten.
Und das neue Auto, die zehn Jahre jüngere Freundin und die drogeninduzierte Selbsterfahrung haben auch in der Punkvariante etwas sehr klischiert-stereotypes.

Was hatte ich in ihm gesehen?
Das habe ich mich die letzten Wochen immer wieder gefragt. Und wozu der zweite Versuch mit einem Mann, der mir sowohl indirekt als auch direkt immer wieder zu verstehen gab, dass ihn mein Zustand in seiner persönlichen Freiheit einschränkt, der mich energetisch total geschlissen hat?
Nun, wahrscheinlich weil ich krank und hilfsbedürftig war. Auch ich bin schwach und mitunter naiv. Und weil ich nicht wahrhaben wollte, dass der Mann, mit dem ich fast fünf Jahre zusammen war – mein Kleiner kennt ihn die Hälfte seines Lebens – tatsächlich so ist. Sich so verhalten kann, dann, wenn ich wirklich jemanden gebraucht hätte, der zu mir steht und zurücksteht. Immerhin gab er offen zu: Ich bin mir halt der wichtigste Mensch!

Die Enttäuschung und die Verletzung schwappen manchmal noch hoch. Besonders bei Erschöpfung, ansonsten überwiegt die Erleichterung. Die Wut auf ihn und auch auch auf mich, dass ich den Scheiss mitgemacht habe. Auch das wird mal vorbei sein.
Erstaunen und Ungläubigkeit gingen auch.
Und die Erschöpfung?
Ich hoffe es!

Und der nächste Post ist positiv. Aber erst, wenn ich mich erholt habe.

Alles gut – fast…

Keine Schmuggler
Keine Halbwüchsigen
Keine Spaziergänger
Keine Mörder
Leichter Schlaf und wilde Träume, zum ersten Mal alleine im Wald. 💪🏻

Und nach dem Schwimmen noch 2h getanzt. Kein Trauertanz, kein Krebsloswerdtanz. Keine Tränen.
Dafür ein Raumeinnehmtanz, ein Starktanz und ein verspielter Verrückttanz voller Lebensfreude.

Fazit: Jetzt ist mir übel 😂😂😂
Und die neuen Blasen habe ich noch nicht gezählt…