🦀Bilderbuch

Hab ja sonst nicht viel zu tun, ausser die Scherben wegzuräumen, von allem was zerbrochen ist und wegzubrechen scheint und warten.
Ob und wann und wie ich wieder arbeiten darf, ob und wann und wie es mit diesem Ausnahmezustand weitergeht.
Also habe ich mir ein Buch mit meinen 🦀Bildern gemacht.

So zum Jubiläum quasi. Heute ist Freitag in der zweiten Schulwoche nach den Frühlingsferien. Letztes Jahr war das der Zeitpunkt der ersten Chemo. Auch wenn es vom Datum her noch ein paar Tage geht bis zum exakten Jahrestag.
Deshalb nur ein Quasi-Jubiläum.

Vielleicht sollte ich mir heute einen Campari Soda gönnen. 🤔 (Schön in der gleichen Farbe wie die Infusion)

Lava: Da brennt was in mir.

Wie fühlt sich das nun an, eine Chemotherapie zu haben? Sicher ist es ganz unterschiedlich. Ich kann nur beschreiben, wie es sich bei mir anfühlte.
Unglaublich aufgeputscht war ich, wahrscheinlich das Cortison, fast schon manisch.

Und so musste ich dann auch versuchen zu schlafen. Im Kopf brannte das Flutlicht eines Fussballstadions. Ich war hellwach und gleichzeitig müde. Mein Köper war in Alarmbereitschaft, wissend, dass da irgendetwas passiert, was ungewöhnlich ist.
Mein Herz klopfte wie nach einem Sprint und ich hatte heiss.
Keine Fieberhitze, bei der glüht man ja eher so von Innen heraus. Auch keine Hitze, die von aussen kommt, wie im Sommer oder bei zuviel Kleidung. Es fühlte sich an, als flösse Lava durch meinen Körper und zwar dicht unter der Haut. Es kribbelte im Tumor. Aber das kann natürlich Einbildung gewesen sein.

Ich versuchte Autogenes Training, ich versuchte mich abzulenken. Ich nahm eine Temesta, die nicht wirklich half. Ich habe drei Stunden gebraucht um mich so weit entspannen zu können, dass ich Einschlafen konnte.