Dankbar

Nun ja.
Kein Theater mehr für dieses Jahr.
Das nächste C wirft alle Pläne über den Haufen.
War es 2019 das -ancer, ist es 2020 das -orona.
Trotzdem.
Immerhin durfte ich trotz Tanz- und Singverbot auf der Bühne eben dies tun.

Als am Dienstag klar wurde, das die restlichen Aufführungen dieses Jahr dem zweiten C zum Opfer fallen, haben wir geweint.
Aber erst nach der letzten Vorstellung, die grandios war!!!
Standing Ovations an allen Aufführungen. Nastücher sollen auch viele ertrunken sein im Publikum….
Hoffentlich gehts im Februar und März weiter mit der Tournee.

Ein letzter Check-Out – jeder gibt Feedback.

Meins: Ich bin wahnsinnig froh, konnten wir vier Aufführungen machen.
Weil dieses Projekt, das hat mich durch die letzten anderthalb Jahre gebracht.
Das hat mich gerettet. Ohne wäre ich verdammt einsam gewesen mit meiner Krankheit.
Ich danke euch allen!!!

Meine Überlebenstruppe

Rampensau im Tumorkostüm

Ich glaube, ich darf nicht spoilern, sonst würde ich ja mein tolles Tumor-Kostüm hier zeigen… inkl. Tumor-Handtasche.
Dazu meine Docs. Hach! 🥰
Die Theater sind hier noch offen. Aber da unklar ist, wie die Corona-Situation Anfang Dezember ist, musste ich heute mit einer Mitspielerin das ganze Theaterstück in einer Filmversion spielen.
Das hiess: Kreuzchen am Boden, wenig Bewegung, grosse Gesten und die Texte der anderen Mitspieler wurden vorgelesen… 🤯🤯
Ich hatte den ganzen Tag Stresskopfschmerzen. Meine Texte sitzen, auch der Onko-Monolog.
Aber die Anschlüsse, die Lieder…
Aber es ging gut. Und mit Clown-Nase seh ich sogar richtig süss aus.
Voll das Clown-Gesicht, fand auch der Kameramann… 😂😂😂

Ich bin schon eine kleine Rampensau und stehe gerne auf der Bühne. Ich hoffe, wir können vor Publikum (dann leider mit Maske) spielen. Naja. Hauptsache das Stück kommt raus. Die Premiere wäre ja im Mai geplant gewesen – dann kam der Lockdown.

Das Theater ist wichtig!
Weil das Stück alles enthält, was das Leben ausmacht: Hoffen, zweifeln, lachen, freuen, planen, verzweifeln, fluchen, lieben, sterben.

Aber jetzt erst mal schlafen.
Gute Nacht! ✨

Krebshumor: Frei Schnauze

Ich brauche, bevor ich wieder Arbeiten kann, eine Reintegrationsmassnahme, um meinen Humor vom Galgen zu befreien. So bin ich kaum sozialkompatibel. 🙈

Bei der Theaterprobe mit lauter Krebskranken und -überlebenden.

Regisseurin: Und wir haben einen vierten Spielort! Hurra!
Spielerin: Wann?
Regisseurin: Im Frühjahr 2021!
Ich: Sind wir dann noch alle da? Ich meine, nicht dass die nur halbes Theater kriegen…
Grosses Gelächter
Ich: Tschuldigung. Aber unter uns darf ich ja…
Spielerin: Keine Angst. Wir schieben sonst Gedenksteine für die Fehlenden auf die Bühne.
Ich: Meiner aufm Skateboard, bitte.

Und was kam heute per Mail? Die Spieldaten im 2021, gefolgt von dem netten Schlussatz:

„So bitte niemand sterben…. 😉 Bis heute Abend in der Probe.
Liebe Grüsse“

Die Theatertruppe ist wohl nicht die richtige Reintegrationsmassnahme. 🤷‍♀️

Aber der tollste Ort, um über dieses ganze Desaster zu lachen, den Mittelfinger zu zeigen: He! Noch leben wir! Noch spielen wir! Noch lachen wir!
Und das mehr, als viele ‚Gesunde‘.

Warten auf Godot

Wobei…🤔 der kommt ja nie.
Also warten auf Onko.

Ins Spital eingetreten bin ich am Di 01.10. operiert wurde ich an Mi 02.10.
Der erste Besprechungstermin war Di 08.10., aber die Pathologie noch nicht fertig.
Am Di 15.10. hatte ich die Nachbesprechung und weiss immer noch nicht, wies weitergeht.
Das Gute: Tumor wurde sauber entfernt, Lymphknoten sind tumorzellenfrei.
Das Schlechte: Mikrotumore gefunden, 1-2 mm.
Der Onkologe will mich am Mo 21.10. sprechen. Evt. werde noch Therapie eingeschoben vor der Bestrahlung. Heisst das nochmal Chemo? Die Chirurgin wehrte ab. Das habe sie nicht gesagt… Sie habe gar nichts gesagt. Und Antikörpertherapie und Antihormontherapie müssten auch besprochen werden. Und zur Bestrahlung könne man immer noch anmelden. Es gehe um meine Prognose. Und sie habe nichts gesagt, der Onkologe brauche einfach noch Bedenkzeit.
Ich meine, wenn mich der Onkologe sprechen will, ich bin ja nicht blöd. Und serviert bekommen, das der Krebs zurückkommen kann und tödlich enden könnte. Ja, ich weiss. Es kam unerwartet und wenn mich was vorzeitig Umbringt, dann ist es die Unsicherheit gepaart mit meiner Phantasie…
Ich heulte eine Runde.
Dann wurde ich verabschiedet und nun warte ich wieder.

Das wären dann knapp 3 Wochen nach der OP, wenn ich endlich weiss, wies weitergeht.

Dieses aufrecht weitergehen, Klatscher an den Hinterkopf bekommen, wieder aufstehen, weitergehen, ist ungemein anstrengend.
Und teuer!
Hab ich mir doch zwei Garnituren Wäsche gekauft, im Fachgeschäft. Das hatte ich beschlossen, als ich hörte, dass ich operiert werde: Einen perfekt sitzenden, supersexy BH kaufen, egal für was für oder wieviele Brüste!
Und da es noch zwei sind und ich meinen Arm schon schön hochheben kann, wars viel einfacher und tja, jetzt hab ich halt zwei BHs, mit Slip.
Und wenn ich die Narbe mit etwas Gaze abpolstere, kann ich sie schon tragen.
Das war ein wichtiger Kauf! Schöne Wäsche sollte man als Frau sowieso grundsätzlich für sich selber kaufen. 💪🏻

Ansonsten schreibe ich wieder. Kapitel drei ist fertig und schon machen die Figuren, was sie wollen und nicht mehr unbedingt, was ich geplant habe. Soviel zum Autor als Schöpfer… 🤷‍♀️
Und ich mache wieder Theater! Das ist toll!
Lauter Krebskranke und -überlebende, die auf einer Bühne rumtollen, Galgenhumor hoch zehn!
Selten so wenig an meinen Krebs gedacht einen ganzen Abend lang wie bei der Probe. Und das obwohl es beim Theater um Krebs gehen wird.
Aber dazu später vielleicht mehr.