Willkommen in der Radioonkologie

Dreissig Bestrahlungen pro Tag führen sie in diesem Raum durch. Und das nur im Raum grün.
Eine richtig gut geschmierte Medizinmaschinerie.
Als ich heute da war, lag noch die Gittermaske eines anderen Patienten rum. Offenbar war er nicht gekommen, denn sie holten mich früher rein.

Von meinem Arzt liess ich mir nachher erklären, wie genau das geplant und berechnet wird. Er zeigte mir meine Körperschnittbilder mit den Bestrahlungsflächen und -winkeln. Auf einem Diagramm war ersichtlich, welche Dosis durch welches Gewebe „geschossen“ wird, um dann im „Zielgebiet“ die benötigte 100%-Dosis zu erhalten. Hält offensichtlich nicht jedes Gewebe gleich viel Bestrahlung aus: Lunge, Herz, Knochen…
Sie haben auch ein Röntgenbild mit dem eingezeichneten Bestrahlungsbereich, das wird dann über meine Live-Bilder rübergelegt, damit sie kontrollieren können, wo sie noch einen Milimeter daneben liegen, bzw. ich noch einen Milimeter daneben liege.
Es ist beruhigend, dass das alles immer kontrolliert wird. Darum wohl die Wartezeiten. Auch bin ich froh, keine Kleber und Zielkreuze auf meinem Körper zu haben. Das ist der Vorteil von Tattoos und Laser.

Ich muss mir einen Panzer zulegen oder eine f*ckyou-Rockgören-Attitüde. Sonst werd ich depressiv, wenn ich mich da noch 30mal einreihen muss.