Gefühls-Spagat

Und gerade kam die Nachricht. Eine Freundin liegt im Sterben. Wir haben uns im Rahmen des Theaterprojekts kennen gelernt. Ihr wurde damals eine Durchschnittsdauer von zwei Jahren bis zum Rezidiv vorausgesagt. Das war vor zwei Jahren.

An den Wiederaufnahmeproben informierte sie uns, dass der Hirntumor zurück sei: „Kein Mitleid bitte. Untersteht euch!“

Sie stand trotz allem auf der Bühne und manchmal verwirrt daneben. Und ich bewundere sie dafür, wie sie es durchziehen konnte, ihren Text zu sprechen: „Was ist, wenn er wiederkommt?“ Im Wissen, dass er wieder da ist. Austherapiert.

Darum mache ich so komische Sachen, wie Weihnachten im Auto verbringen. Weil ich das machen will. Egal was wer sagt. Trotz meiner eigenen Angst. Wegen der Fahrradkette: hätte, hätte, hätte ich doch…. Weil es irgendwann zu Ende ist.

Weil ich wohl immer wieder in dieses Spannungsfeld geraten werde zwischen unbeschwerten Abenteuern und der Brutalität dieser Krankheit. Und sei es nicht bei mir, dann bei den vielen tollen Menschen, die ich kennenlernen durfte. Und weil dann kommt, wovon ich immer wieder gelesen habe: survivors guilt. Mit all den Fragen, die man sich nicht stellen will. Darum stelle ich die Fragen jetzt stumm und denke an sie.

Ich hoffe, deine Liebsten sind bei dir. Ich denke fest an dich!! 🧡🧡

Ein Gedanke zu “Gefühls-Spagat

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