Alles gut – fast…

Keine Schmuggler
Keine Halbwüchsigen
Keine Spaziergänger
Keine Mörder
Leichter Schlaf und wilde Träume, zum ersten Mal alleine im Wald. 💪🏻

Und nach dem Schwimmen noch 2h getanzt. Kein Trauertanz, kein Krebsloswerdtanz. Keine Tränen.
Dafür ein Raumeinnehmtanz, ein Starktanz und ein verspielter Verrückttanz voller Lebensfreude.

Fazit: Jetzt ist mir übel 😂😂😂
Und die neuen Blasen habe ich noch nicht gezählt…

Künstliche Intelligenz – my ass

Oder Algorithmen, whatever!
Mein Grosser mag ja Fan sein und seine Neuronen trainieren mit dem Ziel, mal bei G**gle zu arbeiten, ich nicht.
Es reicht schon, wenn mich Faceb**k an die Freundschaft mit meinem Vater erinnert, der vor zwei Jahren verstorben ist.
Oder kurz nach Trennung_1 Urlaubsbilder mit dem Ex hochfährt.
Nun schickt mir P*nterest ständig Pinnwand-Vorschläge für: Glatzenbilder und Ultra-Kurzhaarfrisuren…. 🙈🙈
Glücklicherweise hab ich dort nie OP- oder IV-Bilder gesucht.

Kein Wunder habe ich verschiedene Online-Identitäten. Für das Internet generell und für KI im Besonderen sind wir immer nur Vergangenheit.

Tanz!

Einer der Pläne in der Reha war ja, 5Rhythmen zu tanzen.
Einmal war ich im Park, da allerdings ohne Anleitung. Gestern nun zum ersten Mal „richtig.“

Ich sollte das ganz, ganz viel machen. Alles raustanzen!
Ich liebe es, den Kopf auszuschalten und die Musik und den Körper machen zu lassen.
Beim Chaos schüttelte ich den ganzen Scheisskrebs weg, die Chemo, das Stechen, Übelkeit, Schmerzen, all den Scheiss vom letzten Jahr. Glücklicherweise war da genügend Platz, sonst hätte der eine oder die andere noch ein Arm, Bein, Fuss in der Magengrube gehabt.
Doch danach, beim Lyrical schwappte die Welle über mich und die Trauer spülte mich weg. Dieser Traum letzten Sommer, der Traum vom Sterben, die Einsamkeit und die Angst, einsam zu sterben, nach der Trennung. Alles war wieder da.
Und die Tränen liefen beim Tanzen. Auch später wieder beim Heimradeln.
Es ist alles noch da.
Hängt fest, klebt im und am Körper.
Das muss raus, will ich wieder ganz ich sein, ohne diesen Ballast, diese Traumaschichten.

Fazit: Nassgeschwitzt, Blasen an den Füssen, aber gelacht und geweint und gelebt.

Will ichs wissen?

Nun ich bin ja Fan meines Onkodocs. Und das nicht nur wegen des schwarzen Humors, sondern auch, weil er unangenehme Sachen so ausspricht, dass ich nicht gleich denke, ich bin bald tot.
Da können zwei Ärzte genau die gleiche Info geben, aber mit einer völlig anderen Wirkung.
Wer ans Theater kommt, der wirds hören.
Und es gibt natürlich nicht nur lockerflockige Gespräche, sondern auch Unangenehmeres, aber ich habe nie das Gefühl, dass er mir eine Information vorenthält.

Ich: Was ist eigentlich mit dem CT? Da stand doch was in einem Bericht.
Er: CT? Ah ja.
Ich: Die Lunge. Die Auffälligkeit.
Er: Wollen sie das wirklich wissen?
Ich: 🤔
Er: Also wenns weg ist. Dann, nun ja….
Ich: Dann hab ich automatisch ein Upgrading, bzw. upstaging?
Er: Weil der Tumor hatte ja gut auf die Chemo angesprochen.
Ich: 🤔
Er: Im besten Fall ist es noch da.
Ich: Aber nur unverändert.
Er: Genau. Dann weiss man halt nicht, was es ist.
Ich: 🤔
Er: Ich schau mir nochmals den genauen Wortlaut des Befunds an. Dann entscheiden wir.

Es kommt darauf an, welche Konsequenzen für die Behandlung und die Nachsorge das Ergebnis haben wird.
Falls es keinen Unterschied macht, muss ich gar nichts wissen.
Auch wenn ich sonst immer ALLES wissen will.

Welche Wahl

Er: Ja, eine Reise! Ihr Buch steht in meinem Büro. Da seh ichs auf dem Regal: not planned!
Ich: 😬
Er: Die Chemo ist das Schlimmste. Nicht?
Ich: Alles zusammen ist es. Das Bild mit der Frau und den Händen. Man wird gestützt und gehalten, aber eben auch….
Er verzieht schmerzvoll das Gesicht.
Ich: Und dieses Gefühl, nichts bestimmen zu können.
Er: Nicht ganz.
Ich: Eine Wahl hat man nicht wirklich.
Er: Doch…
Ich: Man kann ja oder nein sagen.
Er: Und bei denen die nein sagen, die sagen das so überzeugt, da wissen Sie, Sie haben keine Chance. Die Entscheidung steht.
Ich: Das war für mich keine Wahlmöglichkeit. Nicht in meiner Situation, nicht beim ersten Mal.

Ich muss ihm noch sagen, die Chemo ist sicher das Schlimmste von den Nebenwirkungen her, weil der Impact auf den ganzen Körper riesig ist.
Aber das Entwürdigenste war die Bestrahlung. Dort waren die Nebenwirkungen nur lokal, aber dieses Atmen und Grillieren und Tschüss…. Furchtbar!

Leider ohne Handtuch

Chemo zum 20.

Er: Und?
Ich: Ich darf wieder zur Arbeit.
Er: Wie ists?
Ich: Anstrengend! Seltsam.
Er: Wie seltsam?
Ich: Ich sass da im Lehrerzimmer und dachte, die sind alle bloss ein Jahr älter geworden. Ich wurde einmal durchs Universum geschleift.
Er: Ja, passt wahrscheinlich. Eine andere Galaxie.
Ich: Per Anhalter, aber ohne Handtuch.
Er: Haben Sies gelesen?
Ich: Nur das Vorwort.
Er: Lesen Sies! Lohnt sich!

Das Runde passt nicht ins Eckige

Wer bin ich?
Fragte ich mich vor einem Jahr, als ich mich so ohne Haar im Spiegel sah.
Wer bin ich? Frage ich mich heute.
Gestern habe ich meinen Ex-Freund getroffen. Das war gut, war schön, war erhellend. Ich hatte das Gefühl, ich sehe ihn zum ersten Mal ganz klar, wie er ist, in seinem Innersten. Fernab von allen Rollen und Kleidern, Federn und Reden, Verstrickung und gemeinsamer Vergangenheit. Und das erklärte, warum er so ist. Sein widersprüchliches Verhalten und seine wechselnden Aussagen haben sich zu einem kongruenten Bild für mich zusammengefügt. Das war gut für mich. Ein Abschluss.
Und doch.
Die Nacht kaum geschlafen. Mich gefragt, wer ist dieser Mann, den ich so geliebt habe. Warum habe ich ihn so geliebt? Ist das der Mann? Und war ich das? Welches ich denn?
Gibt es dieses ich noch?
Und dann kam plötzlich die Trauer. Wie ein Hammer aus dem Nichts streckte sie mich nieder. Die Trauer um den Verlust der Unschuld.
Was habe ich alles verloren in diesem letzten Jahr!
Die Unbeschwertheit, die Gesundheit, ein Gefühl für Zeit, viel Zeit, viele Jahre. Verloren auch eine Unruhe, ein Getriebensein, den Drang, es allen Recht machen zu müssen, von allen gemocht zu werden. Verloren einen unversehrten Körper, Schmerzfreiheit, meine Selbstbestimmtheit. Und die Verbindung zur Welt, irgendwie, zu meiner Welt ausserhalb der Krebsblase. Zu meinen Arbeitskollegen, der Arbeit, zu Freunden, zu Dingen, die mir wichtig waren, die Spass machten. Zu Themen, die anderen wichtig sind.
Dieser Moment im Lehrerzimmer, als ich in die Runde schaute, sah, wie sie sich alle freuen, dass ich wieder da bin und so „gut“ aussehe und dachte: Die sind alle bloss ein Jahr älter geworden. Und ich wurde einmal durchs Universum geschleift.
Dieser Moment sitzt mir noch in den Knochen.

Auch weil ich merke, dass ich nicht einfach anknüpfen kann. Zum Beispiel interessieren mich viele Gesprächsthemen im Moment sowas von nicht, viele „Probleme“.  Eigentlich möchte ich dann nur aufstehen und weglaufen. Diese Profilierungsneurosen, das Erzählen persönlicher Heldentaten fand ich schon immer anstrengend, aber meine Toleranz ist quasi verschwunden. Vielleicht bin ich nicht mehr soziabel? Bin ich jetzt anormal? (Also mehr als vorher, weil ich war ja noch nie ganz so 0815…)
Und dann ist da diese Trauer, diese immens grosse Trauer!

Das Trauern beginnt wohl erst jetzt. Der Abschied von der früheren Tinkakartinka.
Ich habe gehört, dass der Moment kommt. Auch wurde ich gewarnt davor, dass der Abschluss der Therapie nicht einfach ist. Eben weil man während der Therapie ja einfach dauernd weiter rennt. Von Termin zu Termin von Therapie zu Therapie, hangelt man sich von Infusion zu Schmerz zu Nebenwirkung zu Medikament und wieder zurück auf Position 1.
Damals dachte ich, sie sprechen von der Angst vor einem Rezidiv oder von den Nebenwirkungen, der Müdigkeit. Aber eigentlich fühle ich mich grad etwas aus der Welt gefallen, beziehungsweise nicht mehr dazu passend.

Kennt ihr dieses Holzspielzeug für kleine Kinder? Eine Sortierbox, im Deckel sind Bildschirmfoto 2020-06-28 um 13.01.48verschiedene Öffnungen eingelassen: Quadrat, Kreis, Rechteck, Dreieck…. Und man muss das passende Klötzchen in die passen Öffnung kriegen.
Ich war vorher ein oranger Würfel und bin nun ein roter Zylinder. Und alle sagen: Oh! Der orange Würfel ist wieder da! Guck, da ist dein Platz.
Und versuche mich einzupassen:
Klonk, Klonk, Klonk!
Und das geht einfach nicht.

So etwa fühlt es sich an.
Vielleicht schleift sich diese Gefühl ab mit der Zeit. Oder die Öffnung.
Vielleicht muss ich mir auch eine andere Passung finden.
Und auch die Trauer wird vorbei gehen. Sie wird in Wellen kommen, mich umhauen, abebben, meine Knie umspülen und irgendwann ganz vorbei gehen. Aber erst muss sie da sein und Platz haben.
Ich weiss.

Schamgrenzensenkung und Leben lernen

Schwimmen ist das Beste!
Nach dem unglaublich strengen Tag gestern habe ich mich heute doch noch aufgerafft. Und jedesmal mache ich ein Foto. Das Bikini-Oberteil nehme ich nur noch pro forma mit, falls auch wer anders da sein sollte, an meinem Platz. Weil, ich habe ein Lymphödem in der Brust und ohne Oberteil, hilft es besser.
Und oben ohne Schwimmen ist toll!
Ausserdem, nun. Die Schamgrenze ist massiv gesunken. Wenn man dauernd vor Heerscharen von Medizinpersonal topless sitzt, steht, liegt. Abgetastet, vermessen, untersucht wird.
Meine Physiotherapeutin fragte mich, als sie kurz das Behandlungszimmer verliess, ob ich ein Tüchlein wolle.
Wozu?
Für die Brust.
Ich hätte nicht kalt.
Um mich zu bedecken.
Das fand ich schon fast witzig. In der Radiologie liessen sie mich topless den Flur runter spazieren, am Kontrollterminal vorbei und dann rauf auf die Liege. An etwa 5 Leuten vorbei, Männern wie Frauen. Dann drapierten sie mich wie ein Stück Fleisch.
Und mit der Physiotherapeutin, bzw. alleine im Zimmer. Echt? Bedecken?
Damit der Schrank nicht errötet? 😂😂

Ich habe gelesen, dass es Frauen mit Krebs unter der Gürtellinie ähnlich geht. Irgendwann ist es fast schon egal, die Hose runter zu lassen.
Ist wie mit der Sauna. Wenn man regelmässig geht, ist einem das unter die Achsel geklemmte Tuch irgendwann zu heiss.

Von der Physio bin ich direkt an den Fluss. Leider hatte ich das Badezeug vergessen. Und ganz nackt, das ist tatsächlich ungewohnter. Finde ich bei den Wassertemperaturen ehrlich gesagt auch nicht so angenehm. Wie wenn die Badehose isolieren würde, damit einem die Schamlippen nicht abfrieren. Jedenfalls bin ich ganz nackt schneller im Badetuch als topless.
Glücklicherweise sind die Handykameras noch nicht so gut. Und der Mann, der am anderen Ufer erst nur die Füsse tauchte, dann, als er sah, dass ich meine Runden schwimme, seine Hosen auszog und mit seinen Boxern einen Versuch startete, konnte eh nicht so viel sehen oder blöder noch, festhalten.
Es war ihm zu kalt. Und als ich zum zweiten Mal reingesprungen war und Richtung Flussmitte geschwommen, bis die Strömung zu stark wurde, um die Position zu halten, war er noch immer nicht weiter als bis über die Knie gekommen.
Für mich ist es bereits warm.
Im Vergleich zu den 8° Grad von Ostern.
(Als notabene mein Kleiner auch drin war…)
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Ich mache am Fluss Ferien!
Mit dem Fahrrad und der Hängematte. Und dann schwimme ich mir das Scheiss-Lymphödem weg!
Frei schwimmen, frei tanzen.
Hauptsache frei.
Nicht mehr nur mich durchhangeln und versuchen zu überleben, Moral zu behalten und nicht abzustürzen.
Auftanken, gesunden. Gute Erlebnisse sammeln, Erinnerungen.
Und wieder leben lernen.
Das ist gar nicht so einfach.
Und niemand bereitet einem darauf vor…

Sorgen wegtanzen

Nun, jetzt darf ich wieder zur Arbeit. Es tat gut, die Klasse zu sehen, die Verbindung war sofort wieder da. Es war anstrengend, ich bin mir so viele Menschen nicht mehr gewohnt. Ich verstehe auch, weshalb ich nicht hindurfte. Mir folgen sie auf ein Augenzucken. Der Stellvertreter muss richtig ackern. Obwohl er sich Mühe gibt, spüre ich da keine Verbindung.
Es war schön, wieder dort zu sein.  Aber…
Aber.
Das Bekannte ist fremd. Oder weit weg. Alles ist so weit weg, selbst wenn ich jetzt wieder dort bin. Mein Ich vor der Krankheit ist auf einem andere Kontinent, als mein Ich jetzt ist. Sehen das die anderen?
Einer sprach mich an. Meine Ausstrahlung… Ich sähe so anders aus.

Vieles ist weit weg. Das habe ich heute wieder gemerkt auf dem Weg in den Park. Ich war in einem Quartier, in dem ich ins Gymnasium ging. Ich erinnere mich genau, an meine Träume, meine Kämpfe, meine Unsicherheit. Und wenn ich – sagen wir vor 3 Jahren – diese Strassen entlang gefahren bin, so habe ich einen grossen Teil davon noch gespürt. Gepaart mit einer Trauer, um die Träume, die  zerbrochen, die Naivität, die an den Klippen des Lebens zerschellt.
Das fehlt.
Ja, ich weiss, wer ich war. Wie unsicher. Wie suchend. Ich weiss, was ich alles verloren habe auf dem Weg, gesucht und wer weiss, ob ich es je finden werde. Aber das ist keine Trauer. Manchmal etwas Melancholie. Besonders in lauen Sommernächten, diese nun alleine geniessen zu müssen. Aber vor allem ist da Ruhe.
Eine Art Glück.
Diese Freude, am Leben zu sein.
Manchmal kommen mir die Tränen, wenn ich den Mond sehe. Einfach weil er da ist und ich ihn noch sehen darf.
Und dann sauge ich das Bild in mich auf, vielleicht, wer weiss das schon, was morgen ist.
In der Reha hatte ich geweint, als ich das erste Mal spazieren ging. Geheult wie ein Schlosshund. Der Schnee, der glitzernde Fluss in der Sonne und die Berge. Ich war so überwältigt, dass ich das erleben kann und kam mir dann armselig vor, wegen sowas zu weinen.
Jetzt nicht mehr. Wer kann sich schon so an einer Mondsichel zwischen zwei Tannen freuen, wie ich. In meinem Alter.

Da fuhr ich heute in der Strassenbahn durch diese Strassen, durch die ich magersüchtig gestakst bin, unsicher, immer falsch, am falschen Ort. Ein Entwurf nur, eine Skizze, unfertig und mangelhaft. Hingeworfen in die falsche Familie. Und ich empfinde nur Ruhe. Und Frieden.
Dann sage ich mir, he, belüg dich doch nicht! Du bist noch in der Krebstherapie, alleinerziehend, kürzlich verlassen, kämpfst um einen realistischen Wiedereinstieg in die Arbeit. So hattest du das nicht geplant!!!
So nicht.
Ich frage mich, was mein früheres Ich zu mir sagen würde, das durch diese Strassen Staksende, wenn es wüsste, was da alles noch kommt. Verzweifeln würde es, glaube ich.
Und doch.
Trotz allem, wäre es gerne ich. Weil ich in mir Ruhe.

Nicht immer.
Heute habe ich so einen gescheiten Spruch gelesen. Zusammengefasst hiess der: Ich möchte für dich der Freund sein, der da ist. Der dir die Hand reicht, der dir hilft. Du musst nicht immer alles alleine tragen. Da draussen ist eine Welt, die dich braucht und liebt. Du bist nicht allein.
Und da habe ich auch geheult. Weil so jemanden möchte ich gerne mal haben.
Einmal in meinem Leben.
Viele Nächte habe ich die letzten Wochen schlecht geschlafen, weil ich mich aus der Arbeit raus gemobbt fühlte, abgeschnitten vom Leben. Alle lassen mich Kranke links liegen. Weil ich nicht lustig bin. Weil ich störe, weil ich noch nicht funktioniere. Weil jeder sich in seinem eigenen Universum nur um sich selber dreht.
Das macht auch dieses „aber“-Gefühl aus. Alle sind noch gleich, nur ein Jahr älter. Ich bin einmal quer durchs Universum geschleift worden. Musste mich zusammen sammeln, flicken, aufrichten.
Und bin jetzt müde manchmal, krank, zweifelnd. Aber genauso, wie ich bin.
Ich will nicht mehr sein, wie früher, als ich jünger war.
Und ich hoffe, dass ich das möglichst behalten werde. Auch wenn es unbequem für mein Umfeld ist. Und für mich dadurch auch. Mich vielleicht einsam macht.

Abends sah ich diese Häuser, diese Strassen. Und war etwas traurig über all die Dinge, ich dich im letzten Jahr verloren habe. Und dennoch, ist da etwas dazugekommen, was ich mir nicht erklären kann.
Wurzeln vielleicht.
Endlich.
Zarte erst, aber sie wachsen.

Dann im Park, alles voll Sommerschwärmer.
Und ich nahm die Kopfhörer und hörte die anderen sagen, oh nein, so viele Leute, da kann ich doch nicht tanzen. Ich geh nach hinten.
Und ich dachte, das ist mir sowas von scheissegal!
Ich tanze.
Nach den anderthalb Stunden klopft mir jemand auf die Schulter: Entschuldige bitte, dass ich dich so angeguckt habe. Aber ich schaute dir so gerne beim tanzen zu!
Kein Problem. Ich habe es nur peripher mitgekriegt.
Wenn ich tanze, dann lebe ich.
Und ich hoffe, ich vergesse das nicht.
Tanz dein Leben!

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Was für eine Freude!

Ich habe wieder Zehennägel!
IMG_3713Ich hatte ja keine Ahnung, wie sehr man sich über Zehennägel freuen kann.
Haare ok. Das ist klar. Aber Nägel??
Rechts ist mir das Ding ja schon vor Wochen weggebröselt, links löste sich nun auch der Nagel vom grossen Zeh. Ich verklebte den Zeh mit Pflaster und hoffte, dass die Podologin ihn retten kann.
Nun ja.

Sie nahm die Schere und schnitt das Meiste weg. Er hätte sich ja eh schon gelöst. Also sass ich da auf dem Stuhl, rechts 2/3 und links 1/3 Nagel. Ein Desaster… 😱
Dann pappte sie mir Gelnängel drauf und oh, welche Freude!
Meine Füsse sehen wieder nach Füssen aus, nicht nach Kampfgebiet.
Einzig aufpassen: „Kein Nagellackentferner mit Aceton. Keine Nagelschere. Und am besten die Nägel trocken föhnen nach der Dusche.“
„Bitte?!“
„Es könnten sich sonst Bakterien sammeln. Deshalb habe ich durchsichtige Nägel gemacht. Wenn es grün wird, müssen sie kommen.“
Egal.
Welche Freude!